Überwinterung von Bombina orientalis


Grundsätzlich ist zu sagen, dass Bombina orientalis in ihrem Verbreitungsgebiet überwintert und eine Überwinterung daher zur artgerechten Haltung gehört. Die Ruhezeit gehört zum Lebensrhythmus der Tiere, hat meiner Meinung nach auch die Aufgabe Parasiten in Zaum zu halten und fördert die Paarungsbereitschaft und Fortpflanzungsfähigkeit.
Was in der Natur vorgesehen ist, aber in der Terrariumhaltung weniger gern gesehen wird, ist die Tatsache, dass die Überwinterung auch eine Auslese für kranke und schwache Tiere bedeutet. Insofern sollten man bei schwache und auch sehr junge Tieren von einer langen und kalten Überwinterung absehen.

Laut Literatur wird eine Überwinterung bei ca. 3°C an einem frostsicheren Ort über die Wintermonate (November bis Mitte März) empfohlen. In der Praxis zeigt sich, dass so ein Ort gar nicht so leicht zu finden ist und eine so kühle Temperatur vielen Haltern als sehr riskant erscheint. Oft werden die Tiere an einem kühlen Ort in der Wohnung (z.B. im Keller oder im Kühlschrank) für 1-2 Monate untergebracht.

Hier beschreibe ich, wie ich meine Tiere im Winter 2005/2006 überwintert habe:

Zu den Vorbereitungen gehört die Auswahl eines geeigneten Ortes. Bei mir war es ein eigens dafür reservierter Kühlschrank. Ich habe die Temperaturen des Gerätes mit Hilfe eines Minimum- Maximumthermometers kontrolliert. Dabei ist mir aufgefallen, dass bei einer Einstellung von "5" eine Temperatur zwischen 4°C und 11°C erreicht wird.
Bei mir wurden die Tiere in der Vorbereitungszeit in ein eigenes Terrarium in einem kühleren Zimmer übersiedelt. Dort blieben sie 26 Tage, bekamen 3 Wochen vor der geplanten "Kühlschrankübersiedelung" noch einmal zu fressen. Das Terrarium habe ich nicht mehr extra beleuchtet. Für die Kühlschrankphase gab ich meine 5 Tiere in 2 Faunaboxen. Ca. 5mm Wasserstand und Korkrinde als Versteckmöglichkeit.
Auch, wenn die Tiere nicht aktiv überwintert werden, zeigt sich nach meiner Erfahrung, dass sie nur noch selten Nahrung annehmen und das Revier- und Paarungsverhalten deutlich zurückgeht.



Winterprotokoll

31.10.: Die Tiere werden in einem kühleren Raum (19°C) übersiedelt.
bis 26.11.: Die Temperatur sinkt auf 13°C. In dieser Zeit wurde nicht mehr gefüttert, damit sich der Darm entleeren kann und die Beleuchtung wurde reduziert.
bis 31.1. Täglicher Kontrollblick, dabei wird auch genug frische Luft in den Kühlschrank gebracht
31.1.: Die Unken werden in den kühlen Raum zurückgebracht (15°C)
1.2.: Die Raumtemperatur wird auf 19°C erhöht, Ich biete Terflys und kleine Heimchen als Futter an. Das Futter wird zaghaft angenommen.
bis 8.2.: Temperatur und Beleuchtung wird kontinuierlich auf Normalbetrieb hochgefahren, die Unken werden in ihr Terrarium zurückgesetzt